Paar liegt entspannt unter einer weißen Bettdecke, nur die Füße schauen hervor

Ist eine Blasenentzündung ansteckend? Was Partner wissen sollten

Die Blasenentzündung ist wieder da, und plötzlich steht eine Frage zwischen euch: Ist eine Blasenentzündung ansteckend, für deinen Partner, über die Toilette, beim Küssen? Nein, jedenfalls nicht so, wie man sich mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt. Ganz ohne Austausch geht es zwischen zwei Menschen aber nicht, und ein Grund für Schuld ist das nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Blasenentzündung ist keine Geschlechtskrankheit: Die Erreger, meist das Darmbakterium E. coli, stammen in der Regel aus dem eigenen Darm.
  • Paare tauschen trotzdem Darmbakterien aus: In einer US-Studie wurden infektauslösende E.-coli-Stämme etwa neunmal häufiger zwischen Partnern geteilt als harmlose Stämme.
  • Eine feste Ansteckungszeit gibt es nicht, weil die Blasenentzündung nicht wie eine Geschlechtskrankheit von Mensch zu Mensch übertragen wird.
  • Zur Ansteckung über Toilettensitze, Handtücher oder Küssen gibt es keine Studie, belegt ist das also weder in die eine noch in die andere Richtung.
  • Die Leitlinien sehen keine Mitbehandlung des Partners vor, anders als bei sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien.

Was bedeutet „ansteckend" bei einer Blasenentzündung? Ansteckend heißt, ein Erreger geht von einem Menschen auf einen anderen über und löst dort eine Krankheit aus. Bei einer Blasenentzündung ist das nicht der typische Weg: Meist gelangen Darmbakterien der Frau selbst, vor allem E. coli, über den Damm und den Vaginaleingang an die Harnröhrenöffnung und von dort in die Blase. Sex begünstigt das, ist aber keine Ansteckung im Sinne einer Geschlechtskrankheit.

Wie ihr als Paar gemeinsam vorbeugen könnt, auch mit einem wirkstofffreien Harnwegspflaster, steht weiter unten.

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Nein, nicht im üblichen Sinn. Man bekommt eine Blasenentzündung nicht, weil ein anderer Mensch gerade eine hat. Rund drei Viertel der Blasenentzündungen gehen auf das Darmbakterium E. coli zurück: In einer bundesweiten deutschen Studie (2019–2021) fand es sich in 75,4 % der positiven Urinkulturen.

Dieser Keim stammt meist aus dem eigenen Körper. In einer kleinen genetischen Studie dominierte der Stamm aus der Blase bei 7 von 9 Frauen auch ihre Darmflora. Beim Sex können deine eigenen Darmbakterien über den Damm und den Vaginaleingang an die Harnröhrenöffnung gelangen. Deshalb ist Sex einer der bekanntesten Auslöser: In einer Studie mit 796 jungen Frauen stieg das Risiko mit der Zahl der Tage mit Sex. Bei fünf Tagen mit Sex in der Vorwoche war es in der Gruppe der Studentinnen knapp fünfmal so hoch wie ohne Sex, in der zweiten Gruppe (Frauen aus einer US-Krankenversicherung) etwa dreimal.

Paare teilen Keime, und das ist normal

Die bekannteste Paarstudie stammt aus Michigan (Foxman 2002): 166 Frauen mit Harnwegsinfekt, 94 Frauen ohne und ihre Partner. Infektauslösende E.-coli-Stämme wurden etwa neunmal häufiger zwischen den Partnern geteilt als harmlose Stämme. Paare mit Oralverkehr teilten Stämme häufiger.

Was heißt das? Keime wandern in beide Richtungen, das gehört zu Nähe dazu. Die Studie zeigt aber nicht, dass der Partner die Blasenentzündung verursacht hat. Sie zeigt, dass zwei Menschen, die zusammen sind, eine gemeinsame Bakterienwelt haben.

Das gilt sogar ganz ohne Sex. In der genetischen Untersuchung eines einzelnen Haushalts (eine Frau, vier weitere Personen, ein Hund) fand sich ihr Infekt-Stamm innerhalb von sieben bis neun Wochen bei fünf der sechs Haushaltsmitglieder, sie selbst und den Familienhund eingeschlossen. Gemessen wurde dabei, wer den Stamm trug, nicht, wer krank wurde. Keime zu teilen ist im Alltag häufig: In einer Studie mit 63 Haushalten geschah das in gut zwei von drei Haushalten. Eine Blasenentzündung wird dadurch nicht im üblichen Sinn übertragen.

Wie lange ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Eine Ansteckungszeit, nach der man „nicht mehr ansteckend" ist, gibt es bei einer Blasenentzündung nicht. Sie wird nicht wie eine Geschlechtskrankheit von einem Menschen zum anderen weitergegeben, deshalb nennt auch keine Leitlinie eine solche Frist.

Was es gibt, ist die Frage, wie lange die Beschwerden dauern. Dazu liegen gute Daten vor:

  • Ohne Antibiotikum: Bei 30 bis 50 von 100 Frauen klingt eine unkomplizierte Blasenentzündung innerhalb einer Woche von selbst ab (IQWiG).
  • Mit Antibiotikum: In einer skandinavischen Studie mit 383 Frauen dauerten die Beschwerden mit dem Antibiotikum Pivmecillinam im Median 3 Tage, mit dem Schmerzmittel Ibuprofen allein 6 Tage. 7 von 181 Frauen mit Ibuprofen bekamen eine Nierenbeckenentzündung, mit Antibiotikum keine. Die Autorinnen und Autoren empfehlen Ibuprofen allein deshalb nicht als erste Behandlung.
  • Mit Ibuprofen als erstem Schritt: In einer deutschen Studie mit 494 Frauen kamen zwei Drittel ohne Antibiotikum aus, die Beschwerden dauerten aber im Mittel etwa einen Tag länger, und etwas mehr Frauen bekamen eine Nierenbeckenentzündung (5 gegenüber 1). Mehr dazu in Blasenentzündung und Ibuprofen.

Welche Behandlung zu dir passt, besprichst du mit deiner Ärztin. Für die Ansteckungsfrage spielt die Dauer keine Rolle, für euren Alltag schon: Viele Paare fragen sich, wann wieder Sex möglich ist. Eine feste Frist nennt keine der geprüften Leitlinien, die beste Orientierung sind deine Beschwerden, mehr dazu in Sex bei Blasenentzündung.

Toilette, Handtuch, Küssen: Kann man sich im Alltag anstecken?

Für keinen dieser Wege gibt es einen Beleg. Das heißt aber auch: Gezielt untersucht hat nach unserer Recherche niemand, ob man sich über einen Toilettensitz, ein Handtuch oder einen Kuss eine Blasenentzündung holen kann. Wir schreiben deshalb nicht „unmöglich", sondern „nicht belegt". Was die Forschung zu den einzelnen Wegen sagt:

Übertragungsweg Was belegt ist Einordnung
Vaginaler Sex Sex ist einer der stärksten bekannten Auslöser. Die Keime stammen meist aus dem eigenen Darm und gelangen beim Sex an die Harnröhrenöffnung. belegt als Auslöser, keine Ansteckung wie bei einer Geschlechtskrankheit
Keimaustausch in der Partnerschaft In einer Paarstudie wurden infektauslösende E.-coli-Stämme etwa neunmal häufiger geteilt als harmlose. belegt: Paare teilen Keime; dass der Partner den Infekt auslöst, ist nicht belegt
Oralverkehr War in derselben Studie mit häufigerem Teilen von E.-coli-Stämmen verbunden. Zusammenhang belegt, Bedeutung für Blasenentzündungen unklar
Zusammenleben ohne Sex In einem untersuchten Haushalt trugen fünf von sechs Mitgliedern den Infekt-Stamm einer Frau, sie selbst und den Hund eingeschlossen. In einer Studie mit 63 Haushalten teilten in 68 % der Haushalte mehrere Mitglieder E.-coli-Stämme. belegt: Keime werden geteilt; gemessen wurde Besiedelung, keine Erkrankung
Toilettensitz Keine Studie zur Übertragung über den Sitz gefunden. Eine Beobachtungsstudie bei Schwangeren in Jordanien fand mehr Harnwegsinfekte bei Frauen, die öffentliche Toiletten nutzten; eine Ursache zeigt das nicht. kaum untersucht, nicht belegt
Handtuch, Bettwäsche Keine Studie zur Ansteckung mit einer Blasenentzündung gefunden. nicht untersucht
Küssen Keine Studie gefunden. Die typischen Erreger sind Darmbakterien. nicht untersucht
Schwimmbad, Badewanne Kaum untersucht. Eine ältere schwedische Studie fand Infekte durch einen bestimmten Erreger (Staphylococcus saprophyticus) häufiger nach Baden im Freien als andere Harnwegsinfekte. Dass Baden Blasenentzündungen auslöst, zeigt das nicht. kaum untersucht, nicht belegt
Kälte, nasse Badekleidung Kälte ist kein Erreger. Eine sehr kleine Studie aus Norwegen deutet an, dass kalte Füße bei anfälligen Frauen Beschwerden auslösen könnten. unklar

Was sich daraus ableiten lässt: Die Erreger einer Blasenentzündung sind in aller Regel Bakterien, die du selbst im Darm trägst. Ob ein Toilettensitz oder ein geteiltes Handtuch daran etwas ändert, ist nicht geklärt. Wenn du dich mit einem eigenen Handtuch wohler fühlst, spricht nichts dagegen, als Vorbeugung belegt ist es aber nicht.

Zum Thema Kälte, kalte Füße und Schwimmbad haben wir einen eigenen Artikel: Blasenentzündung durch Kälte?

Kann eine Frau einen Mann mit einer Blasenentzündung anstecken?

Nicht so, wie man eine Geschlechtskrankheit überträgt. Männer bekommen Harnwegsinfekte deutlich seltener als Frauen, auch weil ihre Harnröhre länger ist. In Krankenkassendaten aus Bremen hatten 2015 9,2 % der Frauen und 2,5 % der Männer eine ärztlich diagnostizierte Harnwegsinfektion.

Die Bakterien wandern aber in beide Richtungen. In der Paarstudie aus Michigan fand sich bei acht Männern, deren Partnerin einen Harnwegsinfekt hatte, E. coli im Urin, und alle acht Stämme glichen genetisch dem Stamm, den ihre Partnerin in Urin oder Scheide trug. Daraus folgt nicht, dass sie krank wurden. Es zeigt nur, dass ein Paar seine Keime teilt.

Wenn er Beschwerden hat

Brennt es bei ihm beim Wasserlassen, gehört er selbst in eine Praxis, als eigener Patient und nicht zur „Mitbehandlung". Bei Männern sollen laut Leitlinie immer eine Urinkultur und eine körperliche Untersuchung erfolgen, bei jüngeren Männern mit Rückfällen auch eine weitere urologische Abklärung.

Das hat Gründe: Bei Männern ist E. coli seltener der Auslöser (38 %), häufiger als bei Frauen sind Enterokokken (17 %) und Proteus (9 %). Und besteht der Verdacht auf eine Harnröhrenentzündung, sind häufig Chlamydien oder Gonokokken die Ursache, also sexuell übertragbare Erreger. Dann betrifft es euch beide, dazu gleich mehr.

Muss der Partner bei einer Blasenentzündung mitbehandelt werden?

Nein. Die europäische Urologen-Leitlinie (EAU 2026) und die hausärztliche Leitlinie der DEGAM (2025) sehen keine Mitbehandlung des Partners vor, wenn die Frau eine Blasenentzündung hat. Eine Studie, die prüft, ob eine Mitbehandlung des Partners Blasenentzündungen bei Frauen verhindert, haben wir nicht gefunden.

Aussagen wie „beide Partner behandeln" findet man zwar in manchen Lexika, eine Leitlinienbasis haben sie nicht. Ein Antibiotikum für ihn „zur Sicherheit" stünde also auf keiner Grundlage. Antibiotika haben dagegen recht häufig Nebenwirkungen, etwa Magen-Darm-Beschwerden oder Hautausschlag. Wer ohne Grund eines nimmt, trägt dieses Risiko ohne belegten Nutzen.

Ganz anders ist es bei sexuell übertragbaren Infektionen. Bei einer Chlamydien-Infektion sollen laut Robert Koch-Institut alle Sexualpartner der letzten 60 Tage untersucht und mitbehandelt werden.

Blasenentzündung oder sexuell übertragbare Infektion?

Beides kann sich zunächst ähnlich anfühlen, und genau hier entstehen viele Missverständnisse. Typisch für eine Blasenentzündung sind Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger, starker Harndrang. Neuer oder veränderter Ausfluss aus der Scheide oder Beschwerden in der Scheide sprechen dagegen eher für eine Genitalinfektion, etwa eine sexuell übertragbare Infektion wie Chlamydien. Ist die Urinkultur negativ oder sind die Beschwerden untypisch, sollten laut DEGAM andere Ursachen erwogen werden.

Blasenentzündung Harnröhrenentzündung oder andere sexuell übertragbare Infektion
Typische Hinweise Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger und starker Harndrang neuer oder veränderter Ausfluss, Beschwerden in der Scheide
Woher die Erreger meist kommen aus dem eigenen Darm, vor allem E. coli von einem Sexualpartner, oft Chlamydien oder Gonokokken
Partner keine Mitbehandlung laut Leitlinien Partner informieren, testen, gegebenenfalls behandeln (bei Chlamydien: letzte 60 Tage)
Sex keine feste Pause, Orientierung an den Beschwerden bei Harnröhrenentzündung laut EAU kein Sex bis mindestens eine Woche nach Ende der Antibiotika; bei Chlamydien laut RKI erst nach Abschluss der Behandlung
Quelle EAU 2026, DEGAM 2025 EAU 2026, RKI 2024

Die feste Sex-Pause und die Partnerbehandlung gehören zur Harnröhrenentzündung durch sexuell übertragbare Erreger, nicht zur Blasenentzündung. Im Netz werden beide Regeln oft vermischt. Und wenn die Ärztin einen Test auf Chlamydien vorschlägt, ist das kein Misstrauensvotum gegen irgendwen, sondern gewöhnliche Abklärung.

Ist er schuld? Was über Beziehung und Blasenentzündung belegt ist

Nein. Die Erreger einer Blasenentzündung stammen meist aus deinem eigenen Darm, und dass Sex sie an die Harnröhrenöffnung bringen kann, hat keiner von euch verschuldet. Trotzdem tragen viele Paare Vermutungen mit sich herum, die mehr verunsichern als helfen. Ein kurzer Faktencheck:

Vermutung Was belegt ist
„Er steckt mich jedes Mal an." Die Erreger kommen meist aus der eigenen Darmflora. Dass der Partner den Infekt auslöst, ist nicht belegt.
„Wir spielen Ping-Pong mit den Bakterien." Paare teilen Keime, eine Mitbehandlung des Partners sehen die aktuellen Leitlinien trotzdem nicht vor.
„Er muss sich vorher gründlich waschen." Ob das vorbeugt, ist nicht geklärt, ausprobiert hat es keine Studie. Auch das Waschen der eigenen Vulva vor und nach dem Sex zeigte widersprüchliche Ergebnisse.

Hinzu kommen Dinge, die niemand beeinflussen kann. In einer Studie mit jungen Frauen waren eine erste Harnwegsinfektion mit 15 Jahren oder früher und eine Mutter, die selbst Harnwegsinfekte hatte, mit einem höheren Risiko für Rückfälle verbunden.

Neuer Partner, neue Beschwerden?

In derselben Studie war ein neuer Partner im letzten Jahr ein eigener Risikofaktor für wiederkehrende Blasenentzündungen, auch wenn man die Häufigkeit des Sex herausrechnete. Warum, ist nicht geklärt, und die verbreitete Erklärung, die Scheidenflora müsse sich erst an den Partner „gewöhnen", ist nicht belegt. Mehr dazu in Honeymoon-Zystitis.

Wie sprecht ihr darüber? Ein Gespräch ohne Schuld

Am leichtesten wird das Gespräch, wenn es nicht mitten in den Beschwerden stattfindet und wenn es um eine gemeinsame Lösung geht, nicht um Schuld. Wiederkehrende Blasenentzündungen belasten laut EAU-Leitlinie auch sexuelle Beziehungen und das Selbstwertgefühl. Das IQWiG beschreibt, dass manchen Frauen eine Blasenentzündung peinlich ist und wer häufig Blasenentzündungen hat, vielleicht weniger Lust auf Sex hat. Das ist keine Kleinigkeit, und es lohnt sich, offen darüber zu reden.

In Foren beschreiben Frauen oft, dass sie Nähe inzwischen hinauszögern, aus Sorge vor dem nächsten Infekt. Und Partner fragen dort, ob es an ihnen liegt und was sie tun können. Beide Seiten meinen es gut und sprechen es trotzdem oft nicht miteinander aus.

Wenn du das Gespräch anfängst

  • Einen ruhigen Moment wählen. Nicht im Bett, nicht direkt nach einem neuen Infekt, sondern dann, wenn ihr beide Zeit habt.
  • Mit den Fakten beginnen. Ein Satz wie „Das ist nicht ansteckend wie eine Geschlechtskrankheit, und es liegt nicht an dir" nimmt viel Druck raus.
  • Sagen, was du brauchst. Zum Beispiel eine Pause, solange es brennt, Begleitung zur Ärztin, wenn du das möchtest, oder dass Vorbeugung vor dem Sex für euch beide selbstverständlich wird.
  • Die Gefühle nicht weglassen. Wenn du dich verkrampfst, weil du an den nächsten Infekt denkst, darf er das wissen. Das erklärt mehr als jede Statistik.

Wenn du der Partner bist

  • Zuhören statt reparieren. Wer Angst vor der nächsten Blasenentzündung hat, braucht Verständnis, keine Diskussion und keine schnelle Lösung.
  • Nicht persönlich nehmen. Ein Nein zu Sex während einer Blasenentzündung ist kein Nein zu dir.
  • Mitreden statt mitraten. Informiert euch gemeinsam, was belegt ist, und geht bei wiederkehrenden Infekten zusammen ins Gespräch mit der Ärztin, wenn sie das möchte.
  • Vorbeugung als gemeinsame Sache sehen. Was vor dem Sex passiert, ist Teil eurer Nähe, nicht ihr Problem allein.
  • Auf dich achten. Hast du selbst Beschwerden beim Wasserlassen, lass das ärztlich abklären.

Was ihr nicht braucht, sind gegenseitige Hygienevorschriften oder feste Regeln fürs Bett. Zu separatem Gleitgel, zu Stellungen oder Tempo gibt es keine Studien zu Blasenentzündungen, Ratschläge dazu sind mit Vorsicht zu lesen.

Gemeinsam vorbeugen: Was belegt ist und was ihr tun könnt

Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen, also ab zwei Infekten in sechs Monaten oder drei im Jahr, empfiehlt die deutsche Leitlinie zuerst eine ausführliche Beratung. Frauen, die wenig trinken, profitieren nachweislich davon, mehr zu trinken. Dazu kommen nicht-antibiotische Mittel, die angeboten werden können, etwa Cranberry-Präparate. Hängen die Infekte mit dem Sex zusammen, ist eine einmalige Antibiotika-Gabe nach dem Sex eine leitliniengerechte Option, die du mit deiner Ärztin besprechen kannst. Einen Überblick über alle Wege gibt Blasenentzündung vorbeugen, zur Antibiotika-Option Antibiotikum nach dem Sex.

Wichtig ist ein Weg, der zu euch beiden passt. Ein wirkstofffreies Harnwegspflaster wie PAVAOO® ist eine Möglichkeit, gedacht für Frauen, bei denen Blasenentzündungen immer wieder mit dem Sex zusammenhängen. Es wird kurz vor dem Sex auf die äußeren Vulvalippen geklebt und beim Sex getragen. Es deckt die Harnröhrenöffnung mechanisch ab, der Vaginaleingang bleibt frei. Das verringert den Kontakt von Keimen mit der Harnröhrenöffnung beim Sex und kann so die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sie dorthin gelangen. Mit Kondomen ist es verwendbar. Ein Verhütungsmittel ist es nicht, und vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt es nicht.

Das Pflaster ist kein Mittel bei einer akuten Blasenentzündung und ersetzt keine Behandlung. Eine unabhängige Studie speziell zu PAVAOO gibt es noch nicht. Wir arbeiten daran. Die Haut an der Klebestelle sollte haarfrei, sauber und trocken sein. Nicht geeignet ist es bei verletzter, gereizter, entzündeter, unregelmäßiger oder infizierter Haut an der Klebestelle, bei einer Allergie gegen Bestandteile des Pflasters, bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder chronischen Ekzemen. In Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Absprache. Wie es genau sitzt und für wen es nicht infrage kommt, erklären wir in Pflaster gegen Blasenentzündung?

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Medizinprodukt. Bitte Gebrauchsanweisung beachten.

Erfunden hat es Cordula Loock, gegründet hat sie PAVAOO zusammen mit ihrem Mann Christian. Wer die beiden sind, erfährst du auf Über uns.

Wann ihr zur Ärztin solltet

Wiederkehrende Blasenentzündungen gehören ärztlich abgeklärt, also ab zwei Infekten in sechs Monaten oder drei im Jahr. Sofort zur Ärztin oder in eine Klinik geht es bei Fieber, Flankenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, bei Blut im Urin und in der Schwangerschaft.

Neuer Ausfluss, Juckreiz oder Brennen in der Scheide sprechen eher für eine andere Infektion. Dann ist eine eigene Abklärung nötig, gegebenenfalls auch für den Partner. Männer mit Beschwerden beim Wasserlassen gehören immer in eine Praxis. Einen Überblick über Ursachen und Vorbeugung findest du in Blasenentzündung nach dem Sex, warum es gerade Frauen so oft trifft, in Warum immer nach dem Sex?

Häufige Fragen

Gibt es bei einer Blasenentzündung eine Inkubationszeit?

Nicht im klassischen Sinn, weil die Erreger meist schon im eigenen Körper sind. Bekannt ist aber, dass Blasenentzündungen oft kurz nach dem Sex beginnen. In einer kleinen Studie mit 15 Frauen mit wiederkehrenden Infekten traten 12 von 16 Harnwegsinfekten innerhalb von 24 Stunden nach dem Sex auf. In einer Fall-Kontroll-Studie mit Studentinnen war Sex in den 48 Stunden davor besonders stark mit einer Blasenentzündung verbunden.

Kann man sich auf der Toilette mit einer Blasenentzündung anstecken?

Dafür gibt es keinen Beleg. Gezielt untersucht hat das niemand. Eine Beobachtungsstudie fand bei Schwangeren, die öffentliche Toiletten nutzten, mehr Harnwegsinfekte, eine Ursache zeigt das nicht. Die Erreger einer Blasenentzündung stammen meist aus dem eigenen Darm.

Kann man sich beim Küssen mit einer Blasenentzündung anstecken?

Auch dazu gibt es keine Studie. Die typischen Erreger sind Darmbakterien wie E. coli, die über den Damm und den Vaginaleingang an die Harnröhrenöffnung gelangen. Hinweise auf einen Übertragungsweg über den Mund haben wir nicht gefunden.

Muss ich mit einer Blasenentzündung zu Hause bleiben?

Wegen Ansteckungsgefahr nicht, eine solche Regel gibt es nicht. Ob du arbeiten gehst, hängt davon ab, wie du dich fühlst. Bei Fieber, Flankenschmerzen oder Übelkeit gehörst du aber nicht ins Büro, sondern in eine Praxis.

Ist eine Blasenentzündung mit Antibiotika weniger ansteckend?

Das Antibiotikum ändert an der Ansteckungsfrage nichts, weil die Erreger ohnehin meist aus deinem eigenen Darm stammen. Es verkürzt vor allem die Beschwerden. Dein Partner braucht kein Antibiotikum, nur weil du eins nimmst.

Kann ich meinem Partner eine Blasenentzündung übertragen?

Nicht im Sinne einer Geschlechtskrankheit. Paare teilen zwar Darmbakterien, eine Mitbehandlung des Partners sehen die Leitlinien aber nicht vor. Hat er selbst Beschwerden beim Wasserlassen, sollte er sie ärztlich abklären lassen.

Sollte ich mich bei einer Blasenentzündung auf Chlamydien testen lassen?

Das entscheidet deine Ärztin anhand deiner Beschwerden. Hinweise auf eine andere Infektion sind neuer oder veränderter Ausfluss, Beschwerden in der Scheide oder eine negative Urinkultur. Dann gehört ein Test auf Chlamydien zur gewöhnlichen Abklärung und sagt nichts über eure Beziehung. Fällt der Test positiv aus, sollen laut Robert Koch-Institut alle Sexualpartner der letzten 60 Tage untersucht und mitbehandelt werden.

Sollte sich mein Partner vor dem Sex waschen?

Ob das Blasenentzündungen vorbeugt, ist nicht geklärt. Eine Studie, die das ausprobiert hat, gibt es nicht. Es schadet nicht, ist aber kein belegter Schutz.

Quellen